
BI Ollenhauerstraße und Netzwerk fahrradfreundliches Reinickendorf (NfR) sowie zahlreiche Aktive kämpfen weiter für den Natur- und Klimaschutz und für eine sichere Radfahr- und Zu-Fuß-Geh-Struktur. „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“
Auch die Teilnehmenden der jüngsten Demonstration am 22. August 2026 für die verbliebenen 115 Straßenbäume und für den 2023 eröffneten Radfahrstreifen in der Ollenhauerstraße hatten sich dieses Motto auf die Fahnen geschrieben.

Die Auswirkungen des Klimawandels – der Klimakrise – werden auch bei uns immer spürbarer – Hitze, Starkregen und Trockenheit – die gesundheitlichen Belastungen insbesondere für jüngere und ältere Menschen steigen. Wegen der versiegelten Flächen kann das Regenwasser nicht in dem Maße versickern, wie es gebraucht wird, so dass die Wasservorräte abnehmen. Auch in diesem Sommer sind die Schäden am Stadtgrün unübersehbar. Bäume, Grünflächen und die Gewässer geraten gleichzeitig durch Hitze, Trockenheit und Extremwetter unter Druck. Auch für den „grünen“ Bezirk Reinickendorf ist dies relevant, weil die Stadtnatur nicht nur schön ist, sondern weil sie auch eine wichtige Kühlfunktion für den Bezirk übernimmt.

Angesichts der Ergebnisse der Klimarisikoanalyse 2026 der Senatsverwaltung ist es umso unverständlicher, dass das Bezirksamt Reinickendorf an der Planung festhält, 115 alte und relativ gesunde Straßenbäume fällen zu wollen und die Straße fünf Jahre lang umzubauen.
Natürlich ist dies keine neue Erkenntnis – seit Januar 2026 weist die BI Ollenhauerstraße auf die fragwürdige Planung und die schlimmen Folgen hin, die zu erwarten sind. Inzwischen haben über 7.000 Menschen die Online-Petition „Ollenhauerstraße: Kahlschlag aller 116 Straßenbäume für Luxus-Straßen-Neubau?“ unterschrieben und die Gründe für ihre Unterschrift auf 131 Seiten vermerkt. Dies zeigt deutlich, dass die Anwohner:innen und andere betroffene Menschen nicht wollen, dass der Bezirk eine unsinnige, unnötige und teure Planung gegen ihren Willen durchführt.

Die BI Ollenhauerstraße, das NFR, weitere Verbände und zahlreiche Bürger:innen werden auch in den nächsten Wochen und Monaten für die Bäume und für den Radfahrstreifen kämpfen. Noch ist es nicht zu spät, allerdings müsste das CDU-geführte Bezirksamt dazu erst einmal zur Vernunft kommen und aus ihrer Blockadehaltung herauskommen. Viel Zeit bleibt jedoch nicht mehr – das Bezirksamt will die Bäume ab Oktober 2026 fällen lassen.

Es wird zur Teilnahme bei den nächsten Demonstrationen aufgerufen:
Samstag, 29. August und am Samstag, 5. September jeweils von 11.00 bis 13.00 Uhr Baum-Mahnwachen-Demos in der Ollenhauerstraße 122 (vor Kaufland)
Mittwoch, 9. September von 16.00 bis 17.00 Uhr Kundgebung vor dem Rathaus Reinickendorf (Altbau) mit Überreichung der Petitions-Unterschriften an die Bezirksbürgermeisterin um 16.50 Uhr. Davor ab 15.30 Uhr findet eine Zubringer-Fahrrad-Demo ab Ollenhauerstraße 122 statt.

Das Netzwerk Fahrradfreundliches Reinickendorf (NFR) ist ein Projekt von Changing
Cities e.V. und wurde am 27.2.2020 in Reinickendorf gegründet.
Die Forderungen: mehr Platz für Radfahrer:innen und ein durchgängiges Radnetz, eine sichere Fahrrad-Infrastruktur in Reinickendorf (moderne Radwege, Schul- und Fahrradstraßen…), sichere Kreuzungsbereiche u.a. durch Farbmarkierungen und getrennte Ampelschaltungen, polizeiliche Kontrollen des Seitenabstands beim Überholen, weniger Tempo und mehr Sicherheit: Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit, weniger Verkehrslärm und weniger Durchgangsverkehr durch Wohnviertel.
www.rad-reinickendorf.de
Instagram: rad_reinickendorf
Fotos: NfR